14.11.2016
Genial, Kreativität, Innovation, Skulptur, Inspirieren, Inspiration

Genial

Finden wir eine Idee, ein Produkt gut, ist es einfach klasse - mit dem Zusatz genial sparen wir als Betrachter und Konsument. Das Wort ge_ni_al weckt Emotionen. Genial adelt.  Eine geniale Skulptur, geniale Musik oder auch - die Aufgabe genial gelöst. Es ist immer ein schmaler Grat auf dem sich die Kreativen, die Macher bewegen. Und Betrachter von außen verbinden das Wort genial auch mit Neid - selbst nicht diesen Geistesblitz gehabt zu haben.

Neulich bei einer Diskussion über die Innovationsfähigkeit in Entwicklungsteams, mit Führungskräften aus der Technik, warum es häufig nicht so klappen will, wurden fehlende oder mangelhaft angewendete Organisationspunkte genannt. Als wichtigster Punkt wurde Inspirieren genannt. Das Team auf die Aufgabe bezogen anleiten, anregen zu Kreativität. Wenn es läuft dann, Begleiten, Steuern und bei Bedarf Eingreifen. Diese Art der Auseinandersetzung birgt die große Gefahr, alle Aktivitäten auf ein vorhandenes Wissensniveau zu begrenzen. Somit kommt die Grundidee vom Chef. Und das funktioniert nur, wenn sich die Führungskraft bis in jedes Detail in dem Prozess bestens auskennt.  Also in der Sachkompetenz das Team am besten noch übertrumpft. Das birgt weitere Herausforderungen als Führungskraft. Inwieweit lässt diese Führungskraft dann noch Richtungsswechsel innerhalb der Aufgabe zu, wenn sie selbst das nie so angedacht hat. Ist das sich Einlassen in diese Aufgabenstellung für die Zukunft als Mitarbeiter dann noch gegeben oder gewünscht? Ich glaube dieses Denken und Handeln begrenzt das im Team vorhandene geistige Potential. Die Kreativität ist hier bereits rationalisiert. Die Erfahrungen von Team-Mitgliedern und die damit einhergehende Plattform an Wissen, Methoden und Emotionen fehlen. Die Brisanz die hier entstehen kann ist, dass für Optimierungen das bestimmende Denken über Google gelöst wird - da es Zeit spart. Kommt dabei die Entwicklung heraus die möglich wäre oder ist? Wie wäre es mit einem völlig anderen Ansatz. Vier mutige Buchstaben "NEIN" - das Buch von Anja Förster und Peter Kreuz beschreibt was eigenständige Entscheidungen mit Nein bewirken. Auf das konzentrieren was wir und was wir als Unternehmen, wirklich wollen. Nein sagen zu Inspiration, Steuern, Eingreifen und Begleiten. Nein sagen zu der täglichen Google-Absicherung. Ja sagen zu Bleistift, Papier, Skizze, Erfahrungen aus technischem Wissen, den Kombinationen durch methodisches Arbeiten und Erinnerungen zu  Ereignissen, zu Emotionen, Erlebnissen, zu unbedarfter Herangehensweise, Wissensdurst, Mut und Durchhaltevermögen. "Try Again" - "Versuch es noch mal" (Alva Edison). Macht dann Innovation Lust? Geniales kann in diesem Umfeld leichter entstehen. Vielleicht genau das, was am Markt todsicher ankommt.                       

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