06.06.2017
Digitalisierung, Industrie 4.0, Scheitern

Wenn der Wind Veränderung weht.

Irgendwo scheitert ein Projekt, scheitert heute ein Projekt, so hatte ich in meinem letzten Beitrag begonnen. Im Zeitalter der Bedeutung des Wortes Industrie 4.0, sind gerade diese Projekte eine neue Herausforderung. Durch die schon vorhandenen komplexen IT-Architekturen in den Unternehmen gibt es nicht das allgemein gültige Einstiegsszenario. Dafür sind diese Aufgaben zu differenziert zu betrachten.

Warum? Die Verheißungen der Digitalisierung sind nicht nur auf die IT-Hürden herunter zu brechen um anschließend in blinden Aktionismus zu verfallen. Für die Auswertung der schon verfügbaren Daten sind im Projektteam Mitarbeiter erforderlich, die das bisherige System, die Organisation, die verfügbaren und die davon genützten Daten, zum Beispiel einer Fertigungsstruktur, gut kennen. Mitarbeiter die bisher mit diesen Daten arbeiten. Es sind die Menschen, die bewusst und unbewusst an Grenzen heranführen. Probleme und Bedürfnisse aufzeigen und sich damit irreführende Denkansätze vermeiden lassen. Das Vorhandene aufzugreifen und zu verstehen. Sich gemeinsam in die Themen einzuarbeiten, zu konzentrieren und das Wissen aller Beteiligten als Team zu nützen. Und es sind nicht die Technologien, die Schnittstellen, die Sensoren, die Software, die Prozesse - die Tools die zum Erfolg führen. Es ist die "Peopleware". Wir neigen in der Geschäftswelt noch immer dazu, den Umgang mit den unterschiedlichen Generationen hinten anzustellen. Dabei bilden die Mitarbeiter, die Babyboomer, Xler und Ypsiloner zusammen (immer häufiger) ein Team. Der Begriff "Peopleware", von Tom DeMarco und Timothy Lister geht zurück auf ein Buch von 1987 mit dem dt. Titel "Wien wartet auf Dich! Der Faktor Mensch im DV-Management" und ist heute so aktuell wie damals! Es sind die projektgebundenen Menschen mit ihren Erfahrungen, ihrem Wissen und den wechselseitigen Beziehungen im Unternehmen, zu motivieren. Menschen als Team aufzubauen, zu formen. Einen Teamgeist zu bilden. Menschen, die nicht die Vergangenheit verteidigen! Teammitglieder die Konflikte als Gruppe aushalten und den einzelnen Personen den Freiraum für Lösungen an Teilaufgaben zu geben. Heute werden die Worte Projekt und Team unbeirrt verwendet. Das gelingt nicht mit der Zielformulierung, über PowerPoint. Die Gruppe, das Team braucht das Warum, damit es die Initiative ergreift und die Leidenschaft entwickelt, für ihr Unternehmen erfolgreich zu sein. Hier kommt auch der Blick über den Tellerrand ins Spiel. Die Aufgabe nicht als Box zu definieren mit Methoden und vorgegebenen Dokumentationen und Regeln. Einfach Neues zuzulassen in einer angemessenen, positiv inspirierenden Umgebung. Und bei Mängel im Fachwissen, in der Organisation, das Team zu fördern, nicht zu regeln. Führen aus Sicht des Managements bekommt dadurch einen neuen Verantwortungsbereich. Trotz allem, noch ist es Realität. Einschränkungen, Begrenzungen und eingesessene Strukturen werden immer noch antrainiert. Dadurch machen wir uns den Stress selbst. Ein Anzeichen dafür ist die Fluktuation in den Teams. So gesehen passt das chinesische Sprichwort: "Wenn der Wind Veränderung weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen". Und am Ende eine Schlußfolgerung von Tom DeMarco und Timothy Lister: "Bei der überwältigenden Mehrheit der gescheiterten Projekte haben wir kein einziges Anzeichen von Technologieschwierigkeiten gefunden, das das Scheitern erklären konnte."                

 

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