03.02.2018
digitale Gesellschaft, Kreativität, Generation Y, Babyboomer, Innovationen

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es läuft richtig rund. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung 2017 und das Umsatzplus kann sich die deutsche Industrie freuen. Auch für 2018 wird ein Wachstum prognostiziert. So werden zum Beispiel bei den Präzisionswerkzeugherstellern 5% erwartet. Unsere Produkte werden von Jahr zu Jahr besser. Gewiss, nach dieser Aussage genügen dann meistens Floskeln wie, präziser, einfacher und wirtschaftlicher. Doch genau das erweist sich als problematisch auch wenn es in ihrer Branche noch nicht spürbar ist. Der Wettbewerb wird besser und andere Entwicklungen?  

Rüstzeiten minimieren, längere Standzeiten durch veränderte und my-genaue Schneiden-technologien, Schleiftechnik kombiniert mit Laser - klassische Technik anwendungsbezogen kombinieren für neue Anforderungen liegt im Trend. Dazu leichte Neuerungen auf den wichtigen Messen zu präsentieren bilden den Kern der Innovationen. Unsere Produkte werden von Jahr zu Jahr besser. Und damit das so bleibt sucht das Personalmanagement z. Bsp. der Produktions-technik, oft händeringend Personal. Ziel dabei ist es, mit den Neuen die geforderten Lösungen noch schneller und präziser umzusetzen. Dabei hat der Zugriff auf vorhandenes Wissen Priorität. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Mitarbeiter gesucht werden die genauso ticken wie die bisherigen auch. Die Wahrung der Firmenkultur und das "Talent"-Management werden als Leitlinie vorangestellt. Doch - die Gesellschaft, die digitale Gesellschaft verändert sich. Die Anwendungen und das Kundenverhalten verändern sich. Als Beispiele: Die Elektrifizierung, die künstliche Intelligenz (z. Bsp. connected cars), autonomes Fahren. Die Mobilität - es verändert sich das Kundenverhalten. Teilen oder besitzen? Die Zeiten, in denen Produkte mit leichten Veränderungen drei und mehr Jahrzehnte auf dem Markt bestehen können, gehen zu Ende. Durch die gefüllten Auftragsbücher spielt das in vielen Unternehmen noch eine untergeordnete Rolle. Mit etwas Ironie betrachtet ist die Art und Weise wie mit dieser aktuellen Situation umgegangen wird so, wie in der Vergangenheit erlebtes  in die Gegenwart zu übertragen. Das mag überspitzt formuliert sein. Die Veränderungen geschehen nicht über Nacht. Nur, so wie das operative Geschäft, ein Fulltime-Job ist, ist es mit Innovationen genauso. Das erfordert einen Freiraum im Tagesgeschäft der Chefetagen und einen Gestaltungsspielraum und Spürsinn in den PM-Abteilungen. Und da beginnt auch das Dilemma. Wir werden momentan Zeugen einer Veränderung von Technologien, der Denkweise und dem Kundenverhalten. Dieser Einfluss reicht bis in den privaten Bereich. Und es sind die unterschiedlichen Generationen die an dem Wandel teilnehmen, einen Stempel aufdrücken oder nur als Beobachter fungieren. So gesehen bilden die "Babyboomer", die "Generation X" und die "Generation Y" die Unterschiede in der Akzeptanz der digitalen Welt ab. Diese Gegensätze in Einklang zu bringen, ist ein Geheimnis für Erfolg. Eine Chance in jedem Unternehmen. Eine Herausforderung in den PM-Abteilungen. Nur auf jung und dynamisch zu setzen und auf die Erfahrung zu pfeifen, macht es anstrengend Schritt zu halten. Denn, Kreativität erfordert Erfahrung und Wissen. Es ist nichts Mystisches. Beides kommt aus einem Vorrat, einem aus Ereignissen geprägten Wissensspeicher, der mit zunehmenden Alter gefüllt wird. Das Fazit, die kreativen "Senioren", die wie ein Lexikon, Erfahrung und Basiswissen dann an die jüngeren Generationen weitergeben. Und das in einer kritisch-produktiven Auseinandersetzung, damit Neues entsteht. Mit Apps und "PowerPoint" entstehen keine Produkte. Das ist wie mit einem virtuellen Espresso. Woher kommen dann die Denkanstöße, der Blick über den Tellerrand? Wer denkt sich in Themen hinein, wer unterstützt die Technik vom Probieren bis zum Prototyp, wer knüpft externe Kontakte - wer macht die Arbeit wenn es gerade richtig rund läuft? Der Erfolgszyklus ist eine Sinuskurve und der richtige Zeitpunkt für etwas Neues zu beginnen  ist vor dem Höhepunkt. In dieser Phase des hart erarbeiteten Erfolgs, Mitarbeiter aus dem Geschäftsfeld herausnehmen und Neues beginnen zu lassen schürt Angst und Konflikte. Gerade jetzt wo es richtig läuft sollen wir ...Es ist dann die Qual der Wahl, sich für den einfachen oder herausfordernden Weg zu entscheiden. Richtig! Gerade dann kann die Kombination von etablierter interner Erfahrung mit Outsidern, temporär, die Routinen und die in Branchen spezifischen Selbstverständlichkeiten durchbrechen. Und dabei vielleicht zu dem Schluss zu kommen wie Henry Ford: "Alle entscheidenden Dinge, die ich erreicht habe, waren Dinge, die nach Ansicht der Experten nicht gingen."

Ansporn&Impulse: "Zündstoff für Andersdenker" A. Förster&Dr. P. Kreuz, "Zukunftswerkstatt", Dr. I. Klöcker, "Gebrauchsanweisung für die Zukunft", W. Hirschmann.                                       

          

 

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