21.04.2018
Innovationsmanagement, Innovationen, Kreativität, Scheitern, vernetzen

Wilde Zeiten

Innovationsmanagement wird in Deutschland seit zirka zwanzig Jahren angewendet. In diesem Zeitraum wurden die Planung, Steuerung und Kontrolle immer mehr verfeinert. Eine Systematik für die Umsetzung und erfolgreiche Verwertung in den einzelnen Unternehmensstrategien Schritt für Schritt festgeschrieben. Mit der DIN 16555 folgerichtig, 2013, ein umfassender und branchenunabhängiger Leitfaden erstellt. Ein Leitfaden in dem das Bewusstsein dafür in den Organisationen durchgängig verständlich gemacht werden kann. Dabei ist und bleibt Innovation ein überstrapaziertes Reizwort. Definitionen mit wissenschaftlichem Hintergrund überfluten die Unternehmen. Und diese sind so dargestellt - als wäre es ein Leichtes - Beispiele, aus den Abhandlungen herausgreifend, als Basis für die eigene Vorgehensweise zu übernehmen. Nur - es taugt nichts. Der Parcours wird schnell unübersichtlich. Zumal die Mehrzahl der Unternehmen - aus Fehlern lernen, nicht akzeptiert. Scheitern hat in dieser Geschäftswelt ein sichtbares Brandzeichen zur Folge. Scheitere früh und oft, ist nur für andere oder ein Lippenbekenntnis.

So werden Innovationsmanagementsysteme aufgegliedert in Planen - Umsetzen - Überprüfen - Handeln. Was wiederum dann die für das einzelne Unternehmen relevanten Handlungsbereiche zu definieren erfordert. Werden diese Handlungsfelder ohne zu hinterfragen, kritiklos festgezurrt ist der Schwung der für die Begeisterung im Team sorgt schnell vorbei. Dazu noch volle Auftragsbücher und eine enge Personaldecke. Wie haben eigentlich früher erfolgreiche Innovationen ihren Weg genommen? Zum Beispiel 1963 der "911"er - 1981 der "5150 Personal-Computer" von IBM - 2002 das Mobiltelefon mit Farbdisplay von Samsung - 2007, Apple mit der Geburtsstunde des iPhone - oder denken wir nur an die immer leistungsfähigeren Dreh- und Fräszentren, an CAD/CAM-Lösungen. Waren es die wiederkehrenden wilden Zeiten? Zu Beginn unausgegorene, doch kraftvolle Ideen? Die kreativen Momente? Denn, ohne Kreativität gibt es keine Innovationen. Was wiederum bedeutet, althergebrachte Techniken und Modelle, die konzeptionelle Verkopftheit aufzubrechen. Schnell und spontan zu arbeiten. Den Schwung aus den Ideen, nachvollziehbar über die gesamte Bandbreite der erforderlichen Arbeitsschritte, mitzunehmen und zu dokumentieren. Aus der "Unordnung" und wenn es die eigene Struktur nicht zulässt, mit Unterstützung von Experten, Partnerunternehmen, Hochschulen eine neue Ordnung herstellen. Ausprobieren, testen, neue Kombinationen erkennen - den Schwung vernetzen.   

In vielen Unternehmen ist  ein Hype entstanden. Ihre Produkte finden reißenden Absatz. Um dem zu entsprechen werden die Produkte und Lösungen wie am Fließband mit dem vorhandenen Know-how abgearbeitet. "Never change a winning Team"! Das ist der Haken dabei. Wie lange hat die Entscheidung bestand? Oder Sie beginnen jetzt etwas zu ändern. Türen in dem stickigen Raum jetzt aufzureißen. Lieber selbst ein Exempel statuieren. Offensiv und gemeinsam mit Partnern Lösungen finden für die Zukunft.             

 

 

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